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Euphemisierungen sind ihr zuwider. Sie liebt direkte, klare und einfache Sprache. "Jeder will auf seine eigene Weise empfinden können." Deshalb streicht sie aus ihren Gedichten Adverbien und Adjektive heraus. "Nennt das Runde rund und das Eckige eckig," zitiert sie Konfuzius. Wo das nicht mehr eingehalten wird, wo die Bedeutung von Worten sich verfälscht oder abgeschliffen hat, da muß man dagegenhalten: Freiheit
Für sie ist
Lyrik eine Gegenkraft gegen Außensteuerung. Und weil auch sie
selbst nicht steuern will, liest sie jedes Gedicht zweimal vor. Dem
Hörer soll die "Verlebendigung" eines Gedichts nicht einfach
gemacht oder abgenommen werden, beim zweiten Hören soll er die
Chance haben, aus dem Gehörten sein eigenes Gedicht zu
bilden. "Aus dem ersten Paradies sind wir ja alle vertrieben, aber die Exilierten vielleicht ein bißchen mehr." 1932
flüchtete Domin in Vorahnung des Kommenden nach Italien und
promovierte in Florenz. Doch 1939 mußte sie wieder umziehen:
zunächst nach England, dann in die Dominikanische Republik, wo sie
von 1940 bis 1953 in Santa Domingo lebte (was sich nachhaltig auf ihren
Künstlernamen auswirken sollte). Erst am Ende dieses
Lebensabschnitts begann sie zu schreiben - mit 39 Jahren. 1957 erschien
der erste Gedichtband "Nur eine Rose als Stütze", dem bald und
kontinuierlich weitere folgten. Autobiographisches und Menschliches, so
könnte man es vielleicht nennen, sind die Themen, denen sie auch
in Essays und einem Roman "Das zweite Paradies" Ausdruck verlieh. 1969
betätigte sie sich als Herausgeberin: "Doppelinterpretationen"
versammelt zeitgenössische Gedichte, denen jeweils eine
Interpretation des Verfassers selbst und eines
Literaturwissenschaftlers beigegeben ist. Zu Hilde Domin lohnt auch ein Blick in: http://www.onlinekunst.de/julizwei/Domin_Links.htm |
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